Eine Geschichte, die 1848 beginnt
Die Geschichte des Hermannshofs ist eng mit der Geschichte der Familie Boest und mit der Entwicklung Rheinsbergs verbunden.
Alles beginnt im Jahr 1848. Nach dem Bau der Chaussee zwischen Rheinsberg und Lindow steigt der Stammvater der Familie Boest in das Frachtfuhrgeschäft ein. Mit Pferden und Wagen transportiert er Waren und baut sich damit nach und nach eine wirtschaftliche Grundlage auf.
In den folgenden Jahren wächst der Betrieb. Die Familie erwirbt Grundstücke in der Kirchstraße und am See. Dort entstehen Stallungen und Wagenremisen. Später kommen Post- und Omnibusfahrten hinzu.
Das Geschäft läuft gut. Die Familie Boest wird in Rheinsberg zu einer bekannten Adresse.
Als der Stammvater 1871 stirbt, führt seine Witwe den Betrieb zunächst weiter. Sie hält das Geschäft und den Grundbesitz zusammen, bis ihr Sohn Hermann die Verantwortung übernimmt.
Hermann Boest baut den Hof auf
Er erkennt früh, dass die Eisenbahn den Transport mit Pferd und Wagen verändern wird. Deshalb setzt er zunehmend auf Landwirtschaft und Grundbesitz. Er kauft und pachtet weitere Flächen und baut seinen Besitz über viele Jahre aus.
Um 1895/96 entsteht daraus der Hermannshof am südlichen Stadtrand von Rheinsberg.
Der Hof wird zum Mittelpunkt eines großen landwirtschaftlichen Betriebs. Dazu gehören Stallungen, Scheunen, Koppeln und landwirtschaftliche Flächen. Gleichzeitig bleibt Hermann Boest auch im Fuhrgeschäft und im Viehhandel aktiv.
Aus dem ursprünglichen Fuhrunternehmen ist inzwischen ein vielseitiger Betrieb geworden.
Ein bedeutender Betrieb für Rheinsberg
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehört der Hermannshof zu den größeren Arbeitgebern der Stadt. Auf den Feldern werden unter anderem Kartoffeln und Roggen angebaut. Dazu kommen Viehhandel und weitere landwirtschaftliche Bereiche.
Auch für die Menschen in Rheinsberg spielt der Hof eine Rolle. Ein Beispiel dafür ist die „Boest’sche Milch“, die in der Stadt verkauft wird. Hermann Boest beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter. Wie eng die Menschen teilweise mit dem Hof verbunden sind, zeigt das Beispiel des Arbeiters Gustav Pritzkow. 1929 wird er für 40 Jahre Dienst auf dem Hof geehrt.
Der Hermannshof ist zu dieser Zeit ein fester Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens in Rheinsberg.
Die Familie Boest
Auch die Familie lebt eng mit dem Hof verbunden. Hermann Boest ist mit Else Deter verheiratet, der Tochter des Gutsbesitzers Hermann Deter aus Krangen.
Am 24. August 1926 wird ihr Sohn Günter Boest auf dem Hermannshof geboren. Die Familie, der landwirtschaftliche Betrieb und das Leben auf dem Hof gehören zu dieser Zeit eng zusammen.
Doch die politischen Veränderungen der 1930er Jahre und der Zweite Weltkrieg bringen auch für den Hermannshof eine schwierige Zeit. 1938 wird die Firma „Hermann Boest, Pferde- und Viehhandlung“ in das Handelsregister eingetragen.
1944 wird Günter Boest zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg verändert sich die Situation grundlegend.
Nach 1945
Die Zeit der privaten Landwirtschaftsbetriebe ist vorbei. Der Hermannshof wird nach 1945 unterschiedlich genutzt. Die Gebäude in der heutigen Karl-Marx-Straße dienen unter anderem dem Fuhrgeschäft, der Futtermittelwirtschaft und später der Molkerei.
Während der DDR-Zeit wird der Hof Teil der LPG Tierproduktion Rheinsberg. Die alten Stallungen werden weiterhin landwirtschaftlich genutzt, allerdings unter völlig anderen Bedingungen als zu Zeiten der Familie Boest.
Nach der Wiedervereinigung verliert der Hof seine bisherige Funktion. Teile der Anlagen verfallen, andere werden abgerissen. 2003 werden die Hinterlassenschaften der ehemaligen LPG auf dem Gelände entfernt.
Damit endet die landwirtschaftliche Geschichte des Hofes, wie sie über viele Jahrzehnte bestanden hatte.
Der Hermeshof heute
Heute beginnt für den Hermannshof ein neues Kapitel.
Die Geschichte des Ortes bleibt dabei ein wichtiger Teil des Konzepts. Die alten Gebäude und die vorhandenen Strukturen sollen nicht einfach verschwinden, sondern weiter genutzt und neu belebt werden.
Dabei entsteht ein Ort, der seine Geschichte kennt, aber nicht in der Vergangenheit stehen bleibt.
1848
Gewerbegründung
Bau der Chaussee Rheinsberg–Lindow und Einstieg der Familie Boest in das Frachtfuhrgeschäft.
1871
Generationswechsel
Tod des Stammvaters; die Witwe führt den Betrieb und Grundbesitz vorübergehend weiter.
1878
Fokus Landwirtschaft
Sohn Hermann Boest übernimmt; Erweiterung um Landwirtschaft und Grundbesitz.
1895 / 96
Bau des Hermannshofs
Entstehung des Gutshofs am südlichen Stadtrand von Rheinsberg als neuer Betriebsmittelpunkt.
1926
Geburt des Erben
Am 24. August wird Günter Boest auf dem Hermannshof geboren.
1929
Bedeutender Arbeitgeber
Ehrung des Arbeiters Gustav Pritzkow für 40 Jahre Dienst auf dem Hof.
1938
Handelsregister
Offizielle Eintragung als Firma „Hermann Boest, Pferde- und Viehhandlung“.
1945 – 1989
LPG & DDR-Zeit
Nutzung für Futtermittel, Molkerei und spätere Eingliederung in die LPG Tierproduktion.
2003
Ende der Altlasten
Rückbau der ehemaligen LPG-Anlagen; Ende der rein landwirtschaftlichen Ära.
Heute
Neuanfang als Hermeshof
Neubelebung des historischen Hofes mit Fokus auf
Event-Location.
Hermannshof eGbR
Braunsberger Str. 2 | 16831 Rheinsberg
Telefon: 01345 67 89 0 | E-Mail: XXX@hermannshof.net
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